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11. Juni 2026

Expat- Familien und Migrant*innen- Ein Leben zwischen Welten

Mein persönlicher Weg

Erfahrungen im Ausland

Als ich selbst den Schritt ins Ausland wagte – zunächst ins Auslandsjahr in die U.S.A, dann zum Studium in die Niederlande, später nach Spanien und seit 2024 nach El Salvador, wo ich heute lebe und arbeite – habe ich erlebt, wie sehr Abschiede, Neuanfänge und kulturelle Übergänge das Familien- und individuale Leben prägen. Kinder verlieren vertraute Freundschaften, Eltern müssen ihre eigene Integration meistern und gleichzeitig ihre Kinder stützen. Teenager stehen grundsätzlich vor einem Seiltanz aus Selbstfindung, Peergroup- Zugehörigkeit und dem Ankommen in der Erwachsenenwelt. In dieser Zeit kann es enorm viel Kraft kosten sich von der gewohnten Peergroup, die Sicherheit gibt, zu lösen und zumindest zeitweilig wieder die Eltern als einzige Kontaktpersonen akzeptieren zu müssen.

Und ich kenne den Moment, in dem man merkt: Ich bräuchte gerade selbst jemanden, der fragt, wie es mir wirklich geht. Man fühlt sich mitunter vulnerabler, weil man fremd ist. Unsicherheiten, die man vielleicht selber schon in seinem Erfahrungsrucksack in die neue Situation reingebracht hat, treffen auf Sprachbarrieren und Kulturunterschiede. Werde ich in der Klasse ausgegrenzt, weil ich anders bin? Sind Freundschaften in der neuen Kultur vielleicht tiefer/ lockerer? Will derjenige, der fragt „How you doing?“ wirklich wissen wie es mir geht? Wie kann ich im Alltag psychischen Ausgleich finden, wenn ich auf geliebte Hobbies und Gesprächspartner, die ich bisher hatte, nicht mehr zugreifen kann? Will jemand

Diese Erfahrung hat mich tief bewegt – und gleichzeitig fasziniert. Einfache Fragen, wie „How you doing?“ haben, trotz korrekter Übersetzung, situativ eine völlig andere Intention. Nämlich einfach nur mit jemandem locker ins Gespräch kommen auf offener Straße und danach vielleicht direkt weitergehen. Wenn ich demjenigen dann antworten würde, dass heute tatsächlich ein schrecklicher Tag für mich ist, dann würde ich erstauntes Kopfschütteln erwidert bekommen. Es braucht Kraft bei den vielseitigen, neuen Lebenswelten, die auf einen hereinprasseln, nicht in eine emotionale Isolation zu geraten. Die neue Kultur anzunehmen und mit den Erfahrungen aus beiden Welten seinen eigenen Mantel der Persönlichkeit weiter zu stricken. Alte Wunden heilen zu lassen und mit Hilfe des Wissensturbos, die ich alleine oder mit meiner Familie erlebe, ein erfüllendes Leben aufzubauen. Das ist der Grund, warum ich heute Expat-Familien professionell begleite. Aus dieser persönlichen Geschichte heraus ist ein Teil meiner Arbeit gewachsen, der mir besonders am Herzen liegt: Jeden Menschen individuell zu sehen, kultursensibel zu arbeiten und ressourcenorientiert vorzugehen.

Meine berufliche Laufbahn begann in Deutschland – in der Arbeit mit jungen Erwachsenen in psychosozialer Betreuung mit Suchthintergrund. Nach meiner psychotherapeutischen Ausbildung habe ich in Kliniken und Praxen gearbeitet. Die Arbeit in Spanien, in einem Projekt für schuldistanzierte Jugendliche, hat mich dabei intensiv geprägt. Jugendliche, die alle Maßnahmen in Deutschland verweigert haben, die sich dadurch schon lange als „anders“ negativ gestempelt gefühlt haben, haben in der neuen Kultur ihr „Anders sein“ reflektieren können. Wer bin ich eigentlich und was habe ich für Bedürfnisse? Warum bin ich manchmal wütend oder traurig? Sie fühlten sich durch die pädagogische Maßnahme akzeptiert und abgeholt. Schließlich schafften sie es die vielseitigen Einflüsse in ihr Selbstbild zu integrieren und sich selber mit liebevollen Gedanken zu begegnen. Ich lernte durch diese Jugendliche, dass es zwar anstrengend ist sein Leben so auf den Kopf zu stellen- aber auch, dass uns die Fremde das Chance gibt zu uns selbst zu finden.

Ich habe Menschen in den unterschiedlichsten Krisen begleitet und gelernt, was trägt – und was zum Stolpern bringt. Diese Erfahrungen begleiten mich bis heute in jeder Sitzung.

 Meine Mission:

Brücken bauen zwischen Kulturen

Psychotherapie, Beratung und Coaching zugänglich machen – ohne lange Wartezeiten, ohne Bürokratie, ohne Diagnosepflicht. Ich möchte Familien und Einzelpersonen in vertrauter Sprache und sicherem Rahmen begleiten.

Dabei geht es mir darum, Brücken zu bauen – zwischen Kulturen, Generationen und Lebenswelten. Resilienz für ein Leben zwischen Kulturen zu fördern: das ist der rote Faden meiner Arbeit. Ich stelle mir eine Welt vor, in der alle Kinder und Jugendlichen – unabhängig von Sprache, Herkunft oder Wohnort – Zugang zu professioneller psychologischer Unterstützung haben.

 

Warum Expat-Familien und Migrant*innen besondere Begleitung brauchen

Expat-Familien und Migrant*innen befinden sich oft in außergewöhnlichen Lebensumständen, die ihnen viel abverlangen. Neben den alltäglichen Sorgen und Ängsten, die jede Familie kennt, treten bei ihnen zusätzliche Belastungen auf – kulturelle, emotionale und soziale Herausforderungen, die das psychische Wohlbefinden stark beeinflussen können.

Der Schritt in ein neues Land bedeutet nicht nur geografische Veränderung, sondern auch den Verlust vertrauter Strukturen: Sprache, soziale Netzwerke, berufliche Sicherheit und gewohnte Lebensrhythmen. Kinder müssen sich in neuen Schulsystemen zurechtfinden, Eltern ihre berufliche und persönliche Identität neu definieren. Diese Übergänge können Stress, Überforderung und Gefühle von Isolation auslösen.

Während in der Allgemeinbevölkerung psychiatrische Störungsbilder wie Angststörungen oder Depressionen auftreten, zeigen Studien, dass Expat-Familien und Migrant*innen häufig zusätzliche Risikofaktoren erleben:

  • Kulturelle Anpassungsschwierigkeiten

  • Heimweh und Identitätskonflikte

  • Fehlende soziale Unterstützung

  • Sprachbarrieren und Missverständnisse im Alltag

Doch genau hier liegt auch eine Chance: Wer zwischen Kulturen lebt, entwickelt oft eine besondere Form von Resilienz – die Fähigkeit, sich anzupassen, Neues zu lernen und innere Stärke zu gewinnen. Diese Resilienz kann gefördert werden, wenn Familien professionelle Begleitung erhalten, die ihre kulturellen und emotionalen Bedürfnisse versteht.

Kinder, Eltern und Systeme

Der Abschied passiert auf mehreren Ebenen gleichzeitig: vom vertrauten Zuhause, von Freunden, von der Sprache, in der man sich selbst am besten kennt, von Routinen, die jahrelang Sicherheit gegeben haben. Mitunter gab es traumatische Erlebnisse und Schicksalsschläge zu verarbeiten.

Kinder erleben Heimweh, Identitätsfragen und den Verlust von Freundschaften. Eltern stehen unter dem Druck, ihre eigene Eingewöhnung zu bewältigen und gleichzeitig ihre Kinder zu stützen. Neue Schulen, Sprachen und soziale Netzwerke verstärken die Belastung. Und das trifft nicht alle Familienmitglieder gleich – Mama kämpft vielleicht mit der beruflichen Neuorientierung, Papa ist im Aufbruch-Modus, das Kind will einfach nicht. Das ist kein Versagen. Das ist eine Familie, die unter außergewöhnlichem Druck außergewöhnlich viel leistet.

Genau hier setzt meine Arbeit an: Ich helfe internationalen Familien, diese Übergänge nicht nur zu überstehen, sondern sie als Chance für Wachstum und Entwicklung zu nutzen.

Ich begleite das ganze System – nicht nur einzelne Teile:

•       Kinder (6–12 Jahre): Sie können nicht immer in Worte fassen, was in ihnen vorgeht – aber sie spüren sehr genau, wenn etwas nicht stimmt. Schulwechsel, neue Sprache, das Gefühl, plötzlich „die Neue“ zu sein – das sind keine Kleinigkeiten.

•       Jugendliche (13–18 Jahre): Mitten in der Identitätsfindung stecken sie nun auch noch in einem neuen Land „anders“ da. Anderer Akzent, andere Referenzen, anderes soziales Umfeld – das kann sich unglaublich schwer anfühlen.

•       Erwachsene: Die oft zuletzt an sich denken. Die stark sein wollen für ihre Kinder – und dabei übersehen, dass auch sie Begleitung brauchen.

 

Mein Ansatz – einzigartig und praxisnah

Methoden und Mehrsprachigkeit

In der Psychotherapie und im Coaching für Eltern im Ausland gehe ich zunächst individuell nach dem biopsychosozialen Modell vor – unabhängig davon, ob jemand vor einem Umzug ins Ausland steht oder vor alltäglichen Herausforderungen des Lebens.

Das biopsychosoziale Modell von Engel ist ein integrierter Ansatz, der 1977 vom amerikanischen Internisten und Psychiater George L. Engel aufgestellt wurde und heute zu den international anerkanntesten Modellen zählt, um Gesundheit und Krankheit zu erklären. Es verbindet biologische, psychologische und soziale Dimensionen – und erlaubt mir so, nicht nur Symptome zu sehen, sondern den Menschen dahinter.

Ein Beispiel aus der Praxis: Max, 9 Jahre, zeigt seit dem Umzug Schulangst. Biologisch schläft er schlecht. Psychologisch fehlt ihm das Vertrauen in die neue Umgebung. Sozial hat er noch keine Freundschaften geknüpft. Alle drei Ebenen brauchen Aufmerksamkeit – und genau das ist mein Ansatz.

Konkret bedeutet das für euch:

•       Ressourcenorientiert und praktisch: Familien erhalten konkrete Tools, Checklisten und Übungen für den Alltag – zugeschnitten auf jede Altersstufe.

•       Mehrsprachig und interkulturell: Beratung für internationale Familien auf Deutsch, Englisch, Spanisch und Niederländisch – damit sich jede Familie verstanden fühlt.

•       Ganzheitlich: Ich begleite nicht nur den Übergang, sondern das gesamte Expat-Familienleben – von Resilienz über schulische Integration bis hin zu Identitätsfragen.

 

Ausblick – Einladung an dich

Gemeinsam wachsen

Meine Mission ist es, Familien in dieser besonderen Lebensphase zu stärken. Damit Kinder und Eltern nicht nur überleben, sondern wachsen – und ihr Leben zwischen Kulturen meistern, als Chance für emotionale Stärke, Zusammenhalt und neue Perspektiven.

Als ersten Schritt habe ich ein kostenloses E-Book geschrieben, das genau dort ansetzt, wo die meisten Expat-Familien stehen:

„Gemeinsam Abschied nehmen & Ankommen – Ein Leitfaden für Expat-Familien“

Darin findet ihr konkrete Übungen, Checklisten, Reflexionsfragen und Strategien – für den Abschied, den Umzug und die Eingewöhnung. Für Kinder, Jugendliche und Eltern. Da dieser Leitfaden auf deutsch ausgestellt ist, bezieht er sich nicht vordergründig auf die Zielgruppe Migrant*innen. Migrant*innen würde ich gerne an dieser Stelle ans Herz legen sich bei mir direkt zu melden, da individuelle Faktoren hier eine wichtigere Rolle einnehmen.

👉 Sendet mir eine Mail und ich biete euch ein 20-minütiges Beratungsgespräch kostenlos! Ihr erhaltet bei Interesse auch das E-Book gratis, ohne Werbemails!

 

 

 

Jessica Greve